2013 – State of the Mobile Enterprise

Das Jahr ist jetzt schon 1 Monat alt, aber noch ist es nicht zu spät, mal einen Ausblick auf 2013 aus Mobile-Enterprise-Sicht zu werfen. Viele spannende Dinge sind gegen Ende des vergangenen und zu Beginn diesen Jahres noch passiert. Dinge, die durchaus entscheidenden Einfluss auf Markt, Entscheidungen und Projekte haben könnten.

Windows 8 ist da…

Da haben wir zunächst einmal Windows 8. Seit Oktober prüfen wir Microsoft’s nächsten – und vermutlich entscheidenden – Wurf in Richtung des hart umkämpften Marktes für mobile Plattformen. Die Reaktionen sind bislang verhalten. Bekannte Verkaufszahlen sind zwar solide, aber der teilweise erwartete Ansturm blieb aus. Viele Erwartungen wurden bestenfalls teilweise erfüllt. Die Integration in bestehende Microsoft-Landschaften ist zwar möglich, aber nicht ganz so umfassend und einfach wie verprochen. Auch die Auswahl an verfügbaren Apps & Lösungen hält sich derzeit noch in Grenzen. Und die Entwicklung oder Portierung von Applikationen für das neue User Interface sind aus Entwicklersicht nicht immer ganz einfach – zumal das Konzept des horizontalen “Scrollens” so rein garnichts mit dem zu tun hat, was der Nutzer aus den letzten Jahren gewohnt ist.

Mit Sorge beobachten wir, dass Unternehmen sich aus den falschen Gründen für den Einsatz von Windows 8 auf mobilen Geräten entscheiden: So wird als Hauptimpuls oft die Möglichkeit genannt, bestehende Desktop-Anwendungen 1:1 auf ein Windows-Tablet bringen zu können. Da geht zwar, ist aber sicherlich nicht im Sinne der Erfinder. Und in unserem auch nicht. Das Potential von Windows 8 liegt in der neuen Nutzerführung, und die muss bei Anwendern und Anbietern sicherlich noch “sacken”.

BlackBerry 10 ist da…

Ein zweites, wichtiges Ereignis war sicherlich der Launch von BlackBerry 10 vor einigen Tagen. Neues Betriebssystem, neue Devices, alles auf Anfang und damit auf in die letzte große Schlacht. Branchenkenner sind sich einig, das es für BlackBerry (ja, jetzt auch mit neuem Firmennamen) mehr als schwierig wird, den in den vergangenen Jahren verloren Boden jemals wieder gut zu machen. Dazu müssten die neuen Produkte schon sehr überzeugen, im Vergleich zu Android und iOS regelrecht begeistern. Viele gute (und bewährte!) Ideen finden sich in BB10. Die umfassende Implementierung von BlackBerry Balance für eine wirklich vorbildliche Trennung von geschäftlichen und privaten Daten ist da nur ein Beispiel. Uns beschäftigt nach wie vor aber eine zentrale Frage: Warum hält BlackBerry zwanghaft am Endgerätemarkt fest? Warum gibt es noch keinen BlackBerry-Client für iOS und Android, mit dem sich das akzeptierte und weltweit verbreitete sichere Messaging-System auf anderen Plattformen nutzen lässt? Wenn BlackBerry es seinen Bestandskunden ermöglichen würde an der bestehenden Infrastruktur festzuhalten und nur im Bereich der Clients auf die beliebten Produkte zu wechseln – es wäre vermutlich wie mit dem berühmten Phoenix aus der Asche. Weg mit den verhassten Endgeräten, volle Konzentration auf das etablierte Messaging-Service-Geschäft. Man munkelt, das BlackBerry-Management hätte hier bereits ein Einsehen.

…aber es kommt noch viel mehr!

2013 wird es viele weitere, entscheidende Impulse am Enterprise-Mobility-Markt geben. Consumerization und BYO-irgendwas werden weiter steigenden Druck auf den CIO ausüben, begleitet von immer neuen Herausforderungen angesichts der zunehmend heterogenen Device- und Betriebssystemlandschaft. Am Lösungsmarkt sind eine Reihe von Konsolidierungen zu erwarten, und der von Gartner getriebene Begriff Enterprise Mobility Management als ganzheitlichem Verständnis für das, worum es sich im mobilen Unternehmen zu kümmern gilt, kommt mehr und mehr bei unseren Kunden an.

Wenngleich die große Welle an Entwicklungsprojekten sicherlich noch bevorsteht, so werden die Pläne der IT- und Fachabteilungen hinsichtlich nutzstiftender mobiler Szenarien doch zunehmend konkret. 2013 wird sicherlich ein Jahr, in dem bei den meisten Unternehmen viel passieren wird. Die Zeiten der Mal-sehen-was-es-da-so-gibt-Workshops sind vorbei. Die Bedarfe werden deutlicher, die Bereitschaft bei allen beteiligten steigt. Es kann losgehen. Es wird ein spannendes Jahr, und es wird den Mitarbeitern vieler Unternehmen spürbare Veränderungen bringen.

 

P.S.: Der BITKOM hat rechtzeitig zum Jahreswechsel einen kurzen Leitfaden zum Thema Apps & Mobile Services erstellt, an dem wir mitgewirkt haben. Er bietet einen Überblick über aktuelle Fragestellungen im Bereich Enterprise Mobility – natürlich mit einigen Empfehlungen. Viel Spaß beim Lesen. bitkom
Christian Klöppel

Christian Klöppel is head of CSC’s Global Mobility Consulting Practice. The team of more than 70 international experts advises customers regarding all aspects around mobility & digitalization, focused on strategic challenges and design & implementation of mobile enterprise solutions.

Christian works for CSC since 1997 in a variety of different roles like developer, architect and project manager, mostly in the web solutions space focused on portal technologies and web content management systems. He worked for national and international customers across industries like Manufacturing, Automotive, Healthcare, Chemical, Telecommunications, Financial Services and more. Since mid 2010, Christian is focused on mobile enterprise solutions and all potential benefits state-of-the-art mobile devices & applications could bring to enterprises.

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